Studium

Welche Bachelornote brauchst du für den Master?

Für viele Masterstudiengänge in Deutschland gibt es eine Mindestnote. Wir erklären, welche Durchschnittsnoten typisch sind, was du bei knappen Ergebnissen tun kannst und wie der Zulassungsprozess abläuft.

Lesezeit 8 Min. Aktualisiert 22.05.2026 1 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Der Übergang vom Bachelor zum Master

Der Wechsel vom Bachelor in ein Masterprogramm ist nicht automatisch. Anders als beim Übergang von der Schule in die Hochschule gibt es keine bundesweite Regelung, die jedem Bachelorabsolventen einen Masterplatz garantiert. Jede Hochschule und jeder Studiengang legt eigene Zulassungsvoraussetzungen fest, und die Bachelornote ist dabei das wichtigste Kriterium.

Gesetzliche Grundlage

Nach dem Hochschulrahmengesetz und den Landeshochschulgesetzen dürfen Hochschulen für zulassungsbeschränkte Masterstudiengänge eigene Auswahlverfahren durchführen. Typische Kriterien sind:

  • Note des Bachelorabschlusses (Hauptfaktor)
  • Relevanz des Bachelorstudiums für den Master
  • Motivationsschreiben
  • Empfehlungsschreiben
  • Auswahlgespräch oder Eignungstest
  • Berufserfahrung (bei berufsbegleitenden Programmen)

Die Bachelornote ist der einzige quantitative Faktor, der sich klar messen lässt. Alle anderen Kriterien sind qualitativ und spielen vor allem dann eine Rolle, wenn Bewerber nahe am Mindest-Cutoff liegen.

Typische Anforderungen nach Hochschultyp

Universitäten und TUs

Forschungsuniversitäten und technische Universitäten vergeben Masterplätze in der Regel nach folgenden Richtwerten:

  • Mindestzulassung: Bachelornote 2,5 oder 2,0
  • Realistisch wettbewerbsfähig: 1,8 bis 2,0
  • Für sehr starke Programme (TU München, KIT, RWTH): oft 1,5 oder besser

Konsekutive Masterstudiengänge, die direkt auf dem eigenen Bachelorstudiengang aufbauen, haben meist niedrigere Schwellen als nicht-konsekutive Programme.

Fachhochschulen

Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind häufig zugänglicher. Viele verlangen eine Bachelornote von maximal 2,5 bis 3,0. Bei berufsbegleitenden Masterstudiengängen spielt Berufserfahrung oft eine größere Rolle als die Abschlussnote.

Wirtschaft und Management (MBA und M.Sc.)

Bei wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudiengängen, besonders bei MBA-Programmen an privaten Hochschulen, ist die Situation gemischt. Renommierte Programme wie an der HHL, WHU oder ESMT Berlin setzen teils sehr hohe Anforderungen, teils ersetzen sie die Note durch GMAT-Ergebnisse und mehrjährige Berufserfahrung.

Internationale Masterstudiengänge in Deutschland

Englischsprachige Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen, die auch internationale Bewerber anziehen, verlangen häufig einen GPA-Äquivalent. Bei deutschen Bewerbern wird die Bachelornote umgerechnet. Hier gilt: Besser als 2,0 ist fast immer sicher, besser als 1,5 ist für die begehrtesten Programme nötig.

Notendurchschnitt berechnen vor der Bewerbung

Bevor du dich bewirbst, solltest du deinen aktuellen Notendurchschnitt kennen. Viele Bewerbungsportale fragen nach einem vorläufigen Notendurchschnitt, noch bevor das Abschlusszeugnis vorliegt.

Nutze dafür alle bisher abgeschlossenen Module, gewichtet nach ECTS-Punkten. Die Formel:

Notendurchschnitt = Summe (Note x ECTS) / Summe (ECTS)

Der Rechner auf notendurchschnitt-rechner.de erlaubt dir, diese Berechnung schnell und fehlerfrei durchzuführen, auch wenn du viele Module hast.

Was tun bei einer Grenzwert-Note?

Wenn deine Bachelornote genau auf dem Cutoff liegt oder knapp darunter, gibt es mehrere Wege:

Bewerbungsunterlagen stärken

Ein überzeugend geschriebenes Motivationsschreiben kann bei manchen Programmen Wunder wirken. Erkläre konkret, warum du diesen Masterstudiengang brauchst, was dich inhaltlich antreibt und welche Projekte, Praktika oder Themen dich vorbereitet haben.

Empfehlungsschreiben von Professorinnen und Professoren

Ein starkes Empfehlungsschreiben von einer Person, die dich fachlich gut kennt, kann eine durchschnittliche Note relativieren. Geh auf Professorinnen oder Professoren zu, bei denen du in Seminaren oder Abschlussarbeiten aufgefallen bist.

Alternative Hochschulen

Deutschland hat über 400 staatliche Hochschulen. Viele bieten ähnliche Inhalte mit unterschiedlichen Zulassungsvoraussetzungen an. Es lohnt sich, fünf bis zehn Programme zu vergleichen und sich auch an zugänglicheren Hochschulen zu bewerben.

Berufspraxis aufbauen

Für berufsbegleitende oder weiterbildende Masterstudiengänge (nicht-konsekutiv) ist meist zwei bis drei Jahre Berufserfahrung gefordert. Diese Programme wenden oft andere Auswahlkriterien an, bei denen die Bachelornote weniger stark wiegt.

Zulassung unter Auflagen

Manche Hochschulen lassen Bewerber unter Auflagen zu, zum Beispiel mit der Pflicht, bestimmte Zusatzmodule im ersten Semester zu belegen. Diese Option ist es wert, aktiv danach zu fragen.

Was ist ein “guter” Bachelorabschluss wirklich?

In Deutschland gelten folgende Richtwerte als informelle Einschätzung:

  • 1,0 bis 1,5: Sehr gut, für alle Programme geeignet
  • 1,5 bis 2,0: Gut, für die meisten Programme ausreichend
  • 2,0 bis 2,5: Befriedigend bis gut, eingeschränkte Auswahl bei Top-Programmen
  • 2,5 bis 3,0: Ausreichend bis befriedigend, Masterzugang eingeschränkt
  • Über 3,0: An vielen Hochschulen kein direkter Masterzugang möglich

Diese Richtwerte sind keine offiziellen Grenzen, spiegeln aber das wider, was Zulassungskommissionen in der Praxis als Mindesterwartung haben.

Fazit

Die Bachelornote ist der wichtigste quantitative Faktor für die Masterzulassung in Deutschland. Wer einen Schnitt besser als 2,0 hat, findet für nahezu jeden konsekutiven Masterstudiengang geeignete Optionen. Wer knapp über der Grenze liegt, sollte mehrere Bewerbungen verschicken, die Unterlagen sorgfältig vorbereiten und nicht zögern, auch Alternativen zu prüfen. Berechne deinen Schnitt frühzeitig und plane mit ausreichend Vorlauf.

Häufige Fragen

Welche Bachelornote ist typisch für die Masterzulassung?

Die meisten konsekutiven Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen verlangen eine Bachelornote von mindestens 2,5 oder 2,0. Wettbewerbsstarke Programme an forschungsstarken Universitäten verlangen oft 2,0 oder besser. Elite-Programme und internationale Masterstudiengänge ziehen häufig nur Bewerber mit 1,5 oder besser an.

Was kann ich tun, wenn meine Bachelornote zu schlecht ist?

Möglichkeiten sind: Zulassungsantrag mit starkem Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben, Eignungsgespräche, praktische Erfahrung oder Berufstätigkeit als Ausgleich, Einstieg über eine Fachhochschule mit niedrigerem NC oder Wahl eines alternativen Studiengangs mit ähnlichem Inhalt.

Quellen

  • Hochschulrektorenkonferenz: Statistische Daten zur Hochschulpolitik (hrk.de)
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung notendurchschnitt-rechner.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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