Studium

Welcher Notendurchschnitt ist für Stipendien nötig?

Deutschlandstipendium, Studienstiftung und Co.: Welche Noten du für die wichtigsten Stipendien in Deutschland brauchst und wie du deinen Schnitt optimierst.

Lesezeit 8 Min. Aktualisiert 15.05.2026 1 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Stipendien und Noten: Was wirklich zählt

Viele Studierende glauben, ein Stipendium sei nur mit einem Einser-Abitur erreichbar. Das stimmt nicht ganz. Noten spielen zwar eine wichtige Rolle, sind aber selten das einzige Kriterium. Dieser Ratgeber erklärt, welche Durchschnittsnoten die bekanntesten deutschen Stipendienprogramme tatsächlich erwarten, und was du tun kannst, wenn dein Schnitt nicht perfekt ist.

Das Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium wird von Hochschulen in Kooperation mit privaten Förderern vergeben. Es zahlt 300 Euro im Monat, zur Hälfte vom Bund, zur Hälfte von Unternehmen oder Privatpersonen. Jede Hochschule wählt ihre Stipendiaten selbst aus, daher gibt es keine bundesweit einheitliche Mindest-Abschlussnote.

In der Praxis zeigen Erfahrungsberichte folgendes Bild:

  • Technische Universitäten: Abiturdurchschnitt oft zwischen 1,0 und 1,4
  • Fachhochschulen mit geringerem Andrang: Bewerber mit 1,7 oder 1,8 haben realistische Chancen
  • Besonderes gesellschaftliches Engagement kann schwächere Noten teilweise ausgleichen

Der wichtigste Tipp: Bewirb dich an deiner eigenen Hochschule, nicht an einer fremden. Du kennst die Ansprechpartner, und die Jury kennt die lokalen Bedingungen.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes

Die Studienstiftung ist das renommierteste und größte Begabtenförderungswerk in Deutschland. Sie fördert rund 13.000 Stipendiaten gleichzeitig. Die Aufnahme erfolgt fast ausschließlich durch Nominierung, entweder durch Lehrkräfte beim Abitur oder durch Hochschullehrende im Studium.

Wer nominiert wird, braucht in der Regel:

  • Abiturdurchschnitt: 1,0 bis 1,2 als Richtwert
  • Im Studium: überdurchschnittliche Leistungen, also typischerweise ein Notendurchschnitt unter 1,5

Aber auch hier gilt: Die Aufnahmeprüfung besteht aus einem Seminar-Wochenende, bei dem Persönlichkeit, Neugier und Argumentationsstärke getestet werden. Wer nominiert wurde, hat schon einen großen Schritt geschafft.

Weitere Begabtenförderungswerke

Neben Deutschlandstipendium und Studienstiftung gibt es elf weitere staatlich anerkannte Werke, darunter die Hans-Böckler-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung und das Cusanuswerk. Diese Werke betonen unterschiedliche Schwerpunkte:

  • Politisch-weltanschauliche Werke (Böll, Naumann, Rosa Luxemburg, Seidel, Adenauer, Ebert): Noten spielen eine Rolle, aber politisches und gesellschaftliches Engagement wiegt stark.
  • Konfessionelle Werke (Cusanuswerk, Evangelisches Studienwerk, Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk): Kirchenbindung und persönliches Engagement sind oft wichtiger als ein makelloser Notenschnitt.
  • Begabungsorientierte Werke (Studienstiftung, Stiftung der Deutschen Wirtschaft): Noten sind hier der wichtigste Eingangsfilter.

Als Faustregel gilt: Wer einen Notendurchschnitt besser als 1,5 hat, sollte sich bei mindestens zwei oder drei Werken bewerben.

Notendurchschnitt berechnen für die Bewerbung

Für Abiturbewerbungen ist es einfach: Du nimmst den auf deinem Zeugnis ausgewiesenen Durchschnitt. Bei Studienbewerbungen im laufenden Studium ist es komplizierter, weil Module unterschiedlich viele ECTS-Punkte tragen.

Die Formel lautet:

Notendurchschnitt = Summe (Note x ECTS) / Summe (ECTS)

Ein Beispiel: Du hast drei Module mit 5, 5 und 10 ECTS und Noten von 1,0, 2,0 und 1,7.

Gewichtete Summe: (1,0 x 5) + (2,0 x 5) + (1,7 x 10) = 5 + 10 + 17 = 32 Gesamt-ECTS: 20 Durchschnitt: 32 / 20 = 1,6

Den Rechner auf notendurchschnitt-rechner.de kannst du für diese Berechnung direkt nutzen, besonders wenn du viele Module hast.

Wenn der Schnitt nicht ideal ist: Was hilft trotzdem?

Nicht jede Stipendienbewerbung hängt allein an Zahlen. Folgendes kann einen schwächeren Notendurchschnitt aufwiegen:

  1. Außercurriculares Engagement: Ehrenamt, Hochschulpolitik, Studentische Initiativen
  2. Berufliche Erfahrung: Praktika, Ausbildung vor dem Studium, eigene Projekte
  3. Motivationsschreiben: Klare Aussagen zu Forschungsinteressen und persönlichen Zielen
  4. Empfehlungsschreiben: Einschätzungen von Professorinnen oder Arbeitgebern, die über Noten hinausgehen

Stipendienwerke suchen Menschen mit Persönlichkeit, nicht perfekte Lernmaschinen. Ein Bewerbungsgespräch gewinnst du mit Haltung und Ideen, nicht mit dem Zeugnis allein.

Fazit

Für das Deutschlandstipendium liegt die praktische Untergrenze je nach Hochschule zwischen 1,5 und 1,8. Für die Studienstiftung brauchst du typischerweise einen Schnitt unter 1,3 und eine Nominierung. Die politischen und konfessionellen Werke sind offener für gute, aber nicht perfekte Noten, wenn das Profil stimmt. Berechne deinen aktuellen Durchschnitt sorgfältig, bevor du dich bewirbst, und nutze alle Teile der Bewerbungsunterlagen, um ein vollständiges Bild von dir zu zeigen.

Häufige Fragen

Welche Note brauche ich für das Deutschlandstipendium?

Das Deutschlandstipendium nennt keine verbindliche Mindestnote. In der Praxis werden überwiegend Bewerber mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0 bis 1,5 gefördert, an manchen Hochschulen reicht auch eine 1,8. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Noten, Engagement und Motivationsschreiben.

Wie berechne ich meinen Notendurchschnitt für die Stipendienbewerbung?

Bei Abiturbewerbungen gilt meist der Abiturdurchschnitt vom Zeugnis. Für laufende Studienbewerbungen zählen alle abgeschlossenen Module, gewichtet nach ECTS-Punkten. Nutze den Rechner auf notendurchschnitt-rechner.de, um deinen aktuellen Schnitt zu ermitteln.

Quellen

  • Deutschlandstipendium – Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf.de)
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung notendurchschnitt-rechner.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

Mehr über Mateusz Viola →

Verwandte Artikel

Notendurchschnitt Rechner nutzen

Sofort im Browser, ohne Anmeldung.

Zum Rechner